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Blogparade: IT-Outsourcing, Vor- und Nachteile

Veröffentlicht am 7.3.2011 Kategorie: Allgemeines

Vor kurzem hat mich Michael gefragt, ob ich an seiner Blogparade zum Thema der Vor- und Nach-
teile von IT-Outsourcing teilnehme, was ich natürlich gerne mache. Durch meine Erfahrungen auf
beiden Seiten, die ich durch meine Arbeit als Angestellter eines Systemhauses, als Technologie-
berater für Microsoft Server Lösungen bei einer Unternehmensberatung und als Gegensatz dazu
meiner Tätigkeit als Systemadministrator in einem Unternehmen habe, kenne ich die "Pros" und
"Contras" zum Outsourcen von IT Dienstleistungen bei kleinen und auch mittelständischen Firmen.

IT-Outsourcing bei kleinen Unternehmen

Besonders für kleine Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl von beispielsweise 15 Personen ist
die Betreuung durch ein Systemhaus von Vorteil, da nur dann der Einsatz von IT Fachpersonal
bezahlt werden muss, wenn dieser auch benötigt wird, was einen klaren Vorteil darstellt. Viele
Systemhäuser bieten hierfür auch vertragsbasierte Leistungen an, die für eine monatliche
Pauschale den Helpdesk für Mitarbeiter und den Einsatz eines Technikers Vorort für X Stunden
beinhaltet. Nachteil dieser Lösung ist die Reaktionszeit, was abhängig von der Branche des
Unternehmens, sich z.B. beim Ausfall des E-Mail Servers sofort in entgangenem Gewinn wieder-
spiegelt, nur weil der Technik erst nach einer Stunde Vorort sein konnte um das Problem zu lösen.

Interne IT bei mittelständischen und großen Unternehmen

Auch wenn viele mir hier wiedersprechen werden, bin ich der festen Meinung, dass Unternehmen ab einer gewissen Größe (> 25 Mitarbeiter mit Computerarbeitsplätzen) besser mit einer "Inhouse" IT Lösung bedient sind. Zum einen ist auf diese Weise Fachwissen im eigenen Unternehmen vorhanden, zum anderen ist die Reaktionszeit eines internen Mitarbeiters erheblich effektiver. Werden solche Ressourcen durch externe Unternehmen bereitgestellt, ist gerade bei komplexen Prozessen in der IT eine ausführliche und immer aktuelle Dokumentation zwingend erforderlich, was zusätzliche Kosten bedeutet und meiner Meinung nach ein klarer Nachteil für das Outsourcing in diesem Bereich darstellt. Interne Mitarbeiter haben hier den Vorteil, dass sie ihre eigenen Strukturen einfach besser kennen und auch sämtliche Prozesse selbst erstellt haben.

Abwanderung in die Cloud

Für kleine und mittelständische Unternehmen ist der Aufbau einer internen Infrastruktur für die Bereitstellungen der E-Mailkommunikation, Verwaltung von Benutzern usw. immer mit hohen Kosten verbunden. Durch die Auslagerung dieser Dienste in die Cloud beispielsweise über die Microsoft Online Services oder auch mit Google Apps ist eine erhebliche Reduzierung der Kosten für diese Unternehmen möglich. Zusätzlich werden durch Dienste wie Windows Intune (Microsofts neue Cloudbasierte PC Verwaltung) zukünftig die mandantenfähige Verwaltung von Windows Systemen per Web einem Systemhaus ermöglichen, besser mit dem Kunden verbunden zu sein. Somit stellt die Abwanderung in die Cloud zwar ein Nachteil für IT Dienstleister dar, da die Hardware und Dienste nicht mehr beim Kunden betreut werden müssen, was aber durch neue Möglichkeiten dem Kunden Dienstleistungen bereitzustellen abgefedert werden kann. Dies kann somit auch ein Vorteil sein, da der Dienstleister weniger Zeit durch die Anfahrt zum Kunden und weitere damit verbunden Kosten hat, allerdings auch bzgl. der Bereitstellung umdenken muss.

Fazit

Wie ihr seht, gibt es verschiedene Aspekte die eine wichtige Rolle beim Outsourcing der IT eines
Unternehmens spielen und eine Menge Vor- aber auch Nachteile mit sich bringen. Klar muss ein
interner Mitarbeiter alle Bereiche von A bis Z abdecken, was bei Systemhäusern durch den Einsatz
von Fachspezialisten beispielsweise für den Bereich Virtualisierung oder Client Management ausge-
glichen wird. Auch ich greife bei größeren Migrationsprojekten auf das Wissen von Spezialisten
zurück, da diese solche Projekte öfter betreuen und somit auch eine gewisse Routine mitbringen.

Da der ein oder andere Leser auch im IT Bereich arbeitet, würde mich interessieren, wie ihr zu
diesem Thema steht und welche Vor- und Nachteile ihr im Outsourcen der  IT eines Unterneh-
mens, sei es im kleinen Stil über ein Systemhaus oder auch einem Helpdesk Anbieter seht.


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    4 Kommentare Kommentar schreiben

    1. #1Paul am 7.3.2011 11:29

      Ich sehe das ein bisschen anders. Interne IT Abteilungen halte ich erst ab 1.000 Mitarbeitern für sinnvoll – und dann auch nur für bestimmte Bereiche, primär für Unternehmensapplikationen und zur Steuerung der IT Dienstleister (letzteres unterschätzen viele).

      Das Hauptproblem bei kleineren Unternehmen (<1.000 Mitarbeitern) ist die Einstellung der benötigten Spezialisten. Auch wenn man sich eine IT Abteilung mit einigen Allroundern und leichter Spezialisierung leisten kann – wäre es viel zu teuer alle benötigten Bereiche abzudecken. Alleine die ITIL Prozesse zu bedienen benötigt eine erhebliche Spezialisierung, Dazu noch die entsprechenden zertifizierten Spezialisten für MS, Cisco, Storage, D&R, Service Desk, Clients, Citrix, Backup, Server, Datenbanken, … (und das wären jetzt nur ein paar aus der reinen Infrstruktur Ecke).

      Reaktionszeiten und Servicequalität lassen sich vereinbaren – zumindest bei einem guten Dienstleister.

    2. #2Manfred am 8.3.2011 16:27

      Ich bin eine 1-Mann-IT in einem kleinen Unternehmen und stimme mit deinen Ansichten weitgehend überein. Es kommt aber meiner Meinung nach nicht zuerst auf die reine Größe eines Unternehmens an, sondern auch auf die Anforderungen an die IT.
      Solange man z.B. mit einem SBS arbeiten kann und mit Exchange/SQL/IIS der Bedarf abgedeckt ist, kann das einer weitestgehend alleine machen.
      Es gibt aber sicher auch 25-Mann-Unternehmen die mit unterschiedlichen und sehr komplexen Systemen arbeiten, die mehrere Spezialisten erfordern.
      Dann wäre ein Systemhaus zu bevorzugen.
      Für das Setup in bestimmten Bereichen arbeite ich auch mit einem Systemhaus aber für das Daily Business komme ich gut ohne aus.
      Außerdem spielt auch die Lage des Unternehmens eine große Rolle, im städtischen Bereich sind sicherlich wesentlich bessere Anpassungen der IT-Dienstleistungen möglich.
      Die „Cloud“ ist für mich aus Sicht von Firmenwissen und Sicherheit inakzeptabel. Plump gesagt, den sowieso viel zu großen Firmen noch meine Daten auf die Server zu spielen (die zumindest eine Kopie in USA oder sonstwo haben) schmeckt mir einfach nicht. Zu groß sind die potentiellen Schwachstellen für Datenmissbrauch und solange Bot-Netze freudig gedeihen ohne dass es einen guten Schutz davor gibt, braucht mir auch keiner mit höherer Verfügbarkeit zu kommen.

    3. #3Andreas am 9.3.2011 14:51

      Wir beraten, schulen und betreuen Unternehmen verschiedener Größenordnungen. Viele Firmen die IT-Outsourcing vollzogen haben, haben es schon bitter bereut und nachher teuer bezahlt. Einige Dienstleister im Outsourcing Business, überschätzen Ihre Fähigkeiten, mangels wirklich kompetenter Mitarbeiter die täglich anfallenden Probleme in den Griff zu bekommen. Manche glauben Online-Anbindung, -Monitoring, sowie Helpdesk, würden eine echte IT-Abteilung vor Ort ersetzen. Es wird viel versprochen, aber wenig gehalten, denn bei dem Dienstleister müssen ja auch die Kosten gedrückt werden, um Konkurrenz fähig zu bleiben, also beschäfigt er billiges Personal. Die echte Einbindung vor Ort in oft sehr komplexe Strukturen, fehlt gemein hin. Deshalb haben wir schon oft den Firmen zum Verbleib ihrer IT-Abteilung geraten. Einiges kann man nach genauer Risiko/Kosten Einschätzung, mit Sicherheit outsourcen, aber eine IT-Feuerwehr vor Ort, sollte man schon behalten.

    4. #4Randolph am 15.3.2011 11:25

      Ich bin auch eine 1-Mann-IT Abteilung. In unserem Unternehmen arbeiten rund 35 fest angestellte und ca. 5 Aushilfen/FÖJ/Praktika, tendenz steigend. Dazu kommen ca. 10 mobile Geräte. Ein erstes IPad ist auch schon im Einsatz. Es gibt eine Datenbank, ein Exchange, Kaspersky Server, WSUS, Backups, …
      Ein Dienstleister würde hier wohl 1,5 Mitarbeiter voll beschäftigen können.
      Das größte Problem sehe ich wenn der Dienstleister den Kunden nicht mehr mag. Das finde ich durchaus verständlich, denn Kunden tendieren im IT Bereich schlimme Zeitgenossen zu werden. Was sich vorher auf den PC projeziert hat, wird jetzt dem Techniker zu geordnet. Technisch gesehen kann sich das ein Mittelständisches Unternehmen aber glaube ich nicht leisten, dort von einem Dienstleister abhängig zu sein.
      Ganz wichtig!!! Ich spreche hier von 25 – 75 Arbeitsplätzen.
      Ich kenne Unternehmen mit 200 Arbeitsplätzen die mit „einer Anwendung“ und zwei ITlern arbeiten. Da könnte ich Outsourcen wenn es nur um die Verfügbarkeit geht.
      Also wie Manfred und Andreas schon richtig bemerkt haben, finde ich sind Quantität UND Qualität der Arbeitsplätze wichtig für die Einschätzung.

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